Umweltrating 2016

Wer ist gut, wer ist schlecht für die Umwelt?

Die Umweltorganisationen BirdLife, WWF, VCS und NWA haben im Hinblick auf die kantonalen Wahlen am 23. Oktober 2016 das Umweltprofil der Mitglieder des Grossen Rats bewertet. Über 200 Grossrats-Kandidierende gaben zudem ein Umweltversprechen ab. Bei den Kandidatinnen und Kandidaten für den Regierungsrat waren die Unterschiede enorm.

Die Analyse des Abstimmungsverhaltens der letzten Legislaturperiode zeigte, dass sich einzig die Parteien Grüne, SP und GLP in den allermeisten Fällen für die Anliegen der Umwelt eingesetzt haben. Diese drei Parteien können zu Recht als umweltfreundlich bezeichnet werden. Die EVP, welche auf nationaler Ebene ebenfalls zu den umweltfreundlichen Parteien gehört, fällt im Aargau schon stark ab und stimmte nur noch in gut der Hälfte der Vorlagen für die Umwelt. CVP und BDP sowie FDP, EDU und SVP stimmten mehrheitlich gegen die Umwelt. CVP und BDP entschieden sich in ⅔ der Abstimmungen gegen die Umwelt, FDP, EDU und SVP sogar in ¾. Auch wenn sich diese Parteien zuweilen das grüne Mäntelchen umhängen wollen, beschränkte sich das umweltfreundliche Verhalten auf einige wenige Personen, die von der Parteimehrheit abweichen.

Vor den Wahlen gaben über 200 Kandidierende aus allen Parteien ihr Umwelt-Wahlversprechen ab. Daraus lässt sich eine leichte Tendenz für die jetztige Legislatur ablesen: Schwer haben wird es eine umweltverträgliche Ausgestaltung des Verkehrs und der Gewässerschutz bei Kleinwasserkraftwerken. Besser sieht es für eine umweltfreundlichere Landwirtschaft, die Energiewende und den Naturschutz im Wald aus. Auf der Kippe stehen der Schutz der Biber und die nachhaltige Raumplanung.

Vier Kandidatinnen und ein Kandidat für die Regierungsratswahlen haben ein Wahlversprechen abgegeben. Am besten schneidet Robert Obrist von den Grünen ab: Er verspricht, sich auch im Regierungsrat zu 100% für die Umwelt einzusetzen. Auch Yvonne Feri (92%) und Ruth Jo. Scheier (87%) haben ein umweltfreundliches Profil. Die beiden JUSO-Kandidatinnen Mia Jenni und Mia Gujer kommen auf 88 bzw. 86%. Die anderen Kandidierenden haben auf die Teilnahme am Umweltrating verzichtet. Von zwei weiteren Kandidierenden kann man basierend auf dem Abstimmungsverhalten im Grossen Rat die Umweltfreundlichkeit abschätzen: BDP-Kandidatin Maya Bally (36%) und CVP-Kandidat Markus Dieth (25%) würden die schon heute bescheidene Umweltbilanz des Regierungsrats leider nicht verbessern.

Beilagen und detaillierte Auswertung
Webseite des Umweltrating

.hausformat | Webdesign, TYPO3, 3D Animation, Video, Game, Print