Wilde Küche - Essbare Wildpflanzen

Am Samstag den 11. Juni 2022, von 13:15 bis 17:00, fand unser Event Wilde Küche – Essbare Wildpflanzen statt. Auf dem Geishof in Gebenstorf konnte Florence Hodel, sie ist Naturpädagogin, zahlreiche experimentierfreudige Naturbegeisterte begrüssen. Sie sagt: „Wildkräuter sind die Gesundmacher der Natur“. Es war ein herrlicher, heisser Sommertag, perfekt nach dem Wechsel von Sonne und Regen während den letzten Wochen, um die üppige Pflanzenwelt zu erkunden. Der Geishof ist ein Bauerngehöft und liegt auf einer Anhöhe oberhalb Gebenstorf. Er gehört zu der Stiftung Edith Maryon, welche sehr interessante Projekte realisiert.

In der kurzen Vorstellungsrunde, kam schnell die Erkenntnis, dass fast alle Teilnehmenden bereits Vorkenntnisse hatten und schon einige Pflanzen gesammelt und weiterverarbeitet hatten. Ein Teilnehmer ist von Beruf Koch aus der Cateringbranche. Er möchte sich stetig weiterentwickeln und immer auf der Suche nach neuen Geschmäckern. Wenn er ein tolles Rezept ausgetüftelt hat, dürfen wir es Ihnen im WWF Magazin präsentieren. Wir freuen uns schon jetzt darauf.

Auf dem Rundgang auf dem Hof, an den Wegrändern und im Wald begutachteten und sammelten wir Kräuter und Pflanzen wie die wilde Möhre, Spitzwegerich und Breitwegerich, Rotklee, Sauerampfer, der Gundermann. Der Gundermann (Glechoma hederacea), auch Gundelrebe genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler. Die wintergrüne, ausdauernde krautige Pflanze bildet lange, niedrige Ausläufer und man spricht ihr einen hohen Nährwert und sogar Heilkräfte zu. Florence erzählte hoch begeistert von dieser Pflanze. Im Frühling gesammelte junge Blätter können als Gemüse verkocht werden oder Salaten und Gerichten als schmackhaftes Gewürz beigegeben werden. Das Lieblingskraut meiner Frau ist die Knoblauchrauke. Die junge, zarte Pflanze wird schnell blanchiert und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt und wie Spinat verzehrt. Sie wächst an Wegrändern im Frühling sehr üppig. Knoblauchrauke nicht zu lange kochen, daher dadurch der Knoblauchgeschmack verloren geht! Übrigens kann man sie für Gerichte analog zum Bärlauch verwenden.

Im Wald entdeckten wir die Scheinerdbeere. Diese Gattung gehört eigentlich nicht in unsere Gegend. Sie ist eine aus Südostasien und Südasien stammende Pflanzenart, die in Mitteleuropa als Zierpflanze gezogen wird und stellenweise verwildert. Die schönen roten Früchte beinhalten viel Saft und schmecken nach Melone und Lychees. Die perfekte Erfrischung an diesem heissen Sommertag. Dem Waldmeister wird eine gewisse Giftigkeit zugeschrieben. Getränken gibt er jedoch einen guten Geschmack. Heiss oder kalt.

Nach dem Rundgang setzten wir uns unter einen Baum an einen Tisch und Florence gab uns Auskunft auf unsere Fragen hin. In zahlreichen Büchern konnten wir herumstöbern und von dem was unser Interesse weckte, machten wir ein Foto.

Mit einem Teil der gesammelten Pflanzen bereiteten wir einen Salat zu, welcher sehr gut mundete. Florenz hat in einem Einmachglas von ihr geröstete Brennnesselsamen mitgenommen, auch diese rochen hervorragend. Wer nicht schon einmal eine Brennnesselsuppe gekostet hat, sollte dies unbedingt probieren. Aber Achtung! Wer die Pflanze roh essen möchte, sollte besser vorgängig die Nesselhärchen unwirksam reiben. Die Brennnessel ist ein zweihäusiges Gewächs, es gibt also weibliche und männliche Pflanzen. Sie enthält viel Eisen. Ein kleiner Tipp: „Esse nie etwas, was Du nicht beim Namen nennen kannst!“

Es waren viele schöne Eindrücke und Geschmäcker zu entdecken und in diesem Bericht ist längst nicht alles beschrieben, was wir erlebt haben. Ich würde mich freuen wenn es nächstes Jahr heissen würde: „Essbare Wildpflanzen Teil 2.“

 

 

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