Stellungnahme zur Richtplananpassung «Tägerhardächer» in Wettingen
26. März 2026
Der WWF Aargau anerkennt die wirtschaftliche Bedeutung der geplanten Ansiedlung von Hitachi Energy in Wettingen sowie die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen. Gleichzeitig weist der WWF auf die erheblichen Auswirkungen auf Raum, Umwelt, Biodiversität und Verkehr hin.
Das betroffene Gebiet liegt im Siedlungstrenngürtel des Limmattals und erfüllt wichtige Funktionen für Landwirtschaft, Grundwasserschutz, Landschaft und ökologische Vernetzung. Es beherbergt mehrere Biodiversitäts‑Hotspots und ist Teil eines Wildtierkorridors von kantonaler Bedeutung. Die geplante Überbauung führt zudem zum Verlust von Fruchtfolgeflächen.
Der WWF Aargau stimmt der Richtplananpassung unter Vorbehalten zu. Er fordert eine sorgfältige und transparente raumplanerische Interessenabwägung für den Standort. Der haushalterische Umgang mit dem Boden stellt sich im Limmattal in besonderem Masse. Es ist darum auch angezeigt, dass
- Die kantonalen und regionalen Töpfe des nicht festgelegten Siedlungsgebietes sowie die bereits eingeplanten/noch nicht definitiv beanspruchten Flächen und Projekte periodisch offengelegt werden.
- Die raumplanerische Interessenabwägung und die Standortevaluation voneinander getrennt betrachtet werden. Im Sinne des haushälterischen Umgangs mit dem Boden sollen Möglichkeiten geprüft werden, wodurch über einen aktiven Verzicht auf zusätzlichen Bodenverbrauch bereits eingezonte Flächen (auch ausserkantonal) bevorzugt werden und mit Vereinbarungen zu Opportunitätskosten ausgeglichen werden können.
Falls das Projekt in Wettingen realisiert wird, verlangt der WWF unter anderem:
- die Streichung eines anderen wirtschaftlichen Entwicklungsschwerpunkts (ESP),
- eine gleichwertige Kompensation für die Schwächung des Siedlungstrenngürtels und der Landschaft,
- verbindliche Massnahmen zur Sicherung und Aufwertung des Wildtierkorridors,
- hohe Anforderungen an Klima‑, Energie‑ und Umweltqualität des Campus,
- sowie wirksame Massnahmen zur Reduktion des motorisierten Individualverkehrs.
Ein Projekt dieser Grössenordnung soll im Aargau Vorbildcharakter haben – wirtschaftlich wie auch ökologisch.


